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Unter dem Titel „Futura Finanz muss zahlen“ berichtet die Süddeutsche Zeitung am 10.11.2004 auf Seite 34 folgendes:
Michael Turgut, Chef und Gründer der Futura Finanz, des fünftgrößten Allfinanz-Vertriebs in Deutschland, gerät immer stärker unter Druck. Jetzt hat ein Gericht erstmals die Hofer Finanzfirma zur Zahlung von Schadensersatz aufgrund einer fehlerhaften Kapitalanlagenberatung beim Vertrieb für die Frankonia-Gruppe verurteilt. In dem Urteil des Amtsgerichts Borna ging es um einen Anleger, der einige Tausend Euroin das Beteiligungsunternehmen Frankonia Sachwert AG steckte. Der Anleger hatte geltend gemacht, dass die Vermittlerin der Futura Finanz ihn über bestehende Risiken nicht aufgeklärt habe. In der Beweisaufnahme stellte sich nach Angaben der Berliner Rechtsanwälte des Anlegers,
Thomas Schulte
und Christian-H. Röhlke, heraus, dass die Nebenerwerbs-Finanzberaterin weder Risiken noch Funktionsweise des Anlageprodukts erläutern konnte. Vielmehr habe sie sich strikt an die Gesprächsvorgaben der Futura Finanz gehalten. Darin ging es aber vor allem darum, die steuerliche Vorteile des Produkts anzupreisen, um den Verkauf zu fördern. Das Gericht kam deshalb zu dem Schluss, dass die Gesprächsvorgaben „offensichtlich auf eine Täuschung des potentiellen Anlegers“ hinzielen. Die Futura Finanz muss deshalb den Schaden für die Anlegerin ersetzen, soweit dies die Frankonia noch nicht getan hat Für Rechtsanwalt Schulte ist das Urteil wichtig für Tausende von Kunden der Frankonia-Gruppe. Seiner Ansicht nach könnten nun weitere Anleger versuchen, sich über die Futura Finanz ihr Geld zurückzuholen. Die Berliner Kanzlei vertritt etwa 280 Frankonia-Kunden. Bundesweit dürften etwa 25 Tausend Anleger der Würzburger Beteiligungsfirma vermutlich einen dreistelligen Millionenbetrag anvertraut haben. Verbraucherschützer und Stiftung Warentest warnen jedoch vor dem Unternehmen und dessen riskanter Anlagepolitik. Schulte vermutet, dass die Frankonia bereits jetzt wirtschaftliche Schwierigkeiten habe. Die Frankonia hatte im September angekündigt, „zur Absicherung von finanziellen Risiken alle liquiden Mittel zunächst bei der Gesellschaft zu behalten“ und an die Kunden nichts mehr auszuzahlen. Michael Turguts Futura Finanz wird schon lange eine dubiose Beratungspraxis vorgeworfen. Das Unternehmen war in den neunziger Jahren einer der Hauptvermitler der Göttinger Gruppe, die ebenfalls große Finanzprobleme hat. Die Frankonia hat sich von Turgut inzwischen endgültig getrennt, nachdem er Anfang August 2004 wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung vorübergehend verhaftet worden. Turgut hatte zuvor den Vertrieb für die neu gegründete Deutsche Anlagen AG übernommen, die geschlossene Fonds auflegt. In der Führung der DA mischen mehrere Ex-Politiker mit.“
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