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Frankonia - Blind Date für das Vermögen der Anleger!



Frankonia-Gruppe stellt Steigevorgang in "Capital Sachwert Alliance Beteiligungsfonds 5" vor – doch worauf lässt sich der Anleger ein?

Die Deutsche Frankonia - Gruppe stellt ihren Anlegern derzeit erneut das jüngste Produkt des Konzerns vor: die "Capital Sachwert Alliance Beteiligungsfonds 5 AG & Co. KG" soll Neukunden einen Vermögensaufbau in Form der mittelbaren Treuhand-Kommanditbeteiligung ermöglichen und seit Mitte Januar 2004 auch Alt-Anlegern die Weiterführung des Steigerprogramms als atypisch stiller Gesellschafter ermöglichen. Anleger, die den CSA 5 bereits vor diesem "Relaunch" gezeichnet haben, stehen nun vor vermehrten Risiken.
Dem aktuellen Emissionsprospekt lässt sich zudem nicht entnehmen, worin investiert werden soll. Angesichts der geschäftlichen Misserfolge der Vergangenheit, auf die ebenfalls nicht hingewiesen wird, stellt das Angebot eine erhebliche Vertrauensinvestition dar.

Der Hauptkritikpunkt z.B. des Branchendienstes "Kapitalmarkt-intern" an den Angeboten des Würzburger Emissionshauses war stets, das nicht ersichtlich war, weshalb der Anleger in die Beteiligungen der Deutschen - Frankonia investieren sollte. Dies galt schon, als die Emissionsprospekte der "Deutschen Sachwertvorsorge" noch einzelne Investitionsobjekte beim Namen nennen durften und, wenn auch nur rudimentär, den bisherigen Geschäftsverlauf skizzierten. Der Prospekt des CSA 5 läßt den Anleger dagegen völlig im Dunklen und nennt lediglich die Investitionsbereiche. So sollen 50 % der investiven Mittel in Unternehmensbeteiligungen fließen, 20 % in börsennotierte oder sonst han-delbare Wertpapiere, 10 % in Derivate und 20 % in Immobilien. Mit letzterem meint die Frankonia-Gruppe jedoch erneut, wie schon in den Vorgänger-Fonds, keinen di-rekten Immobilienerwerb, sondern offene und geschlossene Immobilienfonds. Kein Hinweis auf die Art der Unternehmen, an denen Beteiligungen gebildet werden sollen, kein Hinweis auf die Art der zu erwerbenden Aktien oder auf Emittenten der Immobilienfonds. Für die Derivate gibt die Frankonia lediglich den Hinweis, dass diese spekulative Investitionen darstellen. Nun ist dieser Umstand gewiss dem 5. Bauherrenerlaß geschuldet, dessen Schwächen für den Anleger hier deutlich sichtbar werden. Nach dieser Regelung ist für die Bejahung der steuerlich wichtigen Mitunternehmereigenschaft erforderlich, das die Anleger Einfluß auf die Geschäftspolitik nehmen, was nur durch gemeinschaftliche Beschlussfassung bei sog. Blind-Pool-Modellen möglich ist. Im wesentliches bedeutet dies aber, dass der Anleger bis dahin die Katze im Sack kaufen muß.

Angesichts der Erfahrungen mit den Investitionen der Vergangenheit, die zur Ver-nichtung von Anlegergeldern in zweistelliger Millionenhöhe geführt haben, mag dies der Frankonia sogar ganz recht sein. Erinnert sei hier nur an die Insolvenzen der KKT GmbH, Braunschweig, Cargolifter AG und Systracom AG oder den Kursverfall der Aktien der WCM AG. Diese Vergangenheit möchte die Frankonia-Gruppe verständlicherweise gern vergessen machen. In einer Produktinformation vom August 2003, damit zur Emission der ersten Beteiligungen, wird über eine "wachstumsstarke Vergangenheit" auf vier Seiten berichtet. Das smart-center Nürnberg sei eine feste Größe in Nürnberg und Nordbayern geworden, die LTH Berlin erzielte 2002 einen Jahresüberschuß von 221.258,00 Euro, die va-Q-tec AG habe erneut Preise gewonnen und sei eine strategisch wichtige Entscheidung für Anleger der Frankonia und die Intech BTS GmbH habe echte Zukunftspotentiale für die Anleger.
In den Geschäftsberichten 2002 der Frankonia Wert und Sachwert AG liest sich das bekanntlich etwas anders: Neben Abschreibungen auf die Actium AG von zusammen 1,8 Mio Euro heißt es über das smart-center, das Geschäftsjahr 2002 (verlief) aufgrund einer verfehlten Einkaufs-, Expansions- und Personalpolitik…äußerst negativ.(Jahresrückblick 2002 Wert AG). Das Ergebnis der LTH GmbH aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit, heißt es an gleicher Stelle, sei um ca. 50 % von 649.000,00 Euro auf 364.000,00 Euro gefallen. Die Intech BTS habe glücklicherweise nur 5.291,00 Euro Verlust gemacht. Die Frankonia ist ohnehin mit nur 20% an der Gesellschaft beteiligt. Die 9,5 %-ige Beteiligung an der va-Q-tec GmbH dagegen wurde um die Hälfte abgeschrieben auf 250.000,00 Euro, die Gesellschaft wird 2004 weitere Finanzmittel benötigen. Die weiteren Beteiligungen, die in den "Produktinformationen" gar nicht erst erwähnt werden, brachten ebenfalls nur Verluste ein. Die 5 %-ige Beteiligung an der ECB Enviro Berlin GmbH musste um über 50 % abgeschrieben werden. Dies sind allerdings nur Peanuts im Verhältnis zum Debakel mit der WCM AG (Abschreibung 2,3 Mio. Euro) und der KKT GmbH Braunschweig, über das wir schon an anderer Stelle berichtet haben.

Ob solche Fehlschläge durch einen jetzt neu installierten "unabhängigen Anlagenbeirat" vermieden werden können, bleibt nur zu hoffen. Ebenso, das der Vorstand der Capital Sachwert Alliance Verwaltungs AG als Geschäftsführerin des CSA 5 tatsächlich mit "langjährig erfahrenen Kapitalmarkt- und Unternehmensfinanzexperten" besetzt sind.

Vor dem Hintergrund der offensichtliche Parteifreundschaft des Mitglieds des vorläu-figen Anlagenbeirats, Dr. Martin Keydel, seines Zeichens 2. Stellvertreter des Vorsit-zenden des FDP-Ortsverbandes Ettlingen, mit dem Vorsitzenden des Kreisverban-des Ettlingen, Rudolf Döring, ist die Bezeichnung "unabhängiger Anlagenbeirat" an-zuzweifeln. Döring ist nämlich Vorstand der Konzernmutter, Deutsche Frankonia Beteiligungs AG, und Geschäftsführer der Frankonia Konzeptions- und Betreuungs GmbH, zuständig für die Gesellschafterverwaltung. Döring ist zugleich Bruder von FDP-Bundesvize Walter Döring – es bleibt zu hoffen, dass Dr. Keydel im vorläufigen Anlagenbeirat seine eigene Meinung nicht parteipolitischem Kalkül unterordnet. Anleger sollten sich hier ihre Einflußnahmemöglichkeiten nicht vergeben und bei der Wahl des endgültigen Anlagebeirates genau überlegen.

Konkret wird die Frankonia dann, wenn es um den Vertrieb des CSA 5 geht. So soll die Frankonia Direkt AG für den Vertrieb der Beteiligungen des CSA 5 15,9 % des Anlagevolumens an Provisionen erhalten. In Zahlen sind dies 71,4 Mio. Euro. Diese werden wohl in den ersten Jahren den Löwenanteil der Anlegergelder verschlingen, denn die Provision ist bei den Einmalanlagen sofort fällig, bei den Ratensparverträgen fast sofort, nämlich nach Eingang der ersten Rate. Zusammen mit den Gebühren für die Anlegerverwaltung (1,5 %) und der Prospekterstellung (weitere 1,5 %) liegen die Weichkosten bei 18,9 %. Im Prospekt liest sich das als "Minimierung der Kosten durch wettbewerbsorientierte Marktkonkurrenz". Daneben fällt kaum auf, das in den ersten drei Jahren des CSA 5 insg. über 2,825 Mio. Euro an die diversen Frankonia-Konzerngesellschaften für Treuhandtätigkeiten, Übernahme der Komplementärstellung, Geschäftsführervergütungen und Beratungen ganz allgemein anfallen.

Hinzuweisen bleibt noch auf zwei Besonderheiten. Zum einen bietet die Frankonia mit dem CSA 5 auch ihren atypischen Gesellschaftern den Steigervorgang an und hält in dem Prospekt auch einen atypischen Gesellschaftsvertrag parat. Atypische Gesellschafter sind bekanntlich im Insolvenzfalle an der Quote nicht beteiligt und können keine Insolvenzforderung stellen, haften dagegen auf Rückgewähr getätigter Entnahmen und evtl. auch auf Weiterzahlung noch offener Raten. Die Entnahme gewinnunabhängiger Beträge ist hier zwar ausgeschlossen, die Haftung mit noch offenen Raten kann aber weiter bestehen. Die Risikobelehrung schweigt sich darüber aus.

In diesem Zusammenhang ist noch darauf hinzuweisen, dass der CSA 5 zunächst nicht für das Steigermodell prospektiert war. Gesellschafter, die von August 2003 bis Januar 2004 unterzeichneten, wurden mittelbar treuhänderisch Beteiligte Kommanditisten. Der Prospekt Stand August 2003 enthält denn auch keinerlei deutliche Hinweise auf einen Steigervorgang. Dieser wurde erst durch eine Satzungsänderung zum Januar 2004 möglich. Seitdem läutet die Frankonia den aktuellen Steigervorgang ein. Für die Gesellschafter der CSA 5 bedeutet dies einen Zuwachs an Risiken: denn für jeden Umsteiger zahlt die CSA 5 an die Frankonia Sachwert AG sog. Steigerprovisionen, die aus den künftigen Ratenzahlungen der Umsteiger an die CSA 5 refinanziert werden sollen. Nur: es steigen atypisch still Beteiligte um. Vor solchen Gesellschaftsmodellen wird beständig gewarnt, z.B. von der Verbraucherzentrale Berlin (http://www.berlinonline.de/.bin/print.php/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2003/0827/wirtschaft/0020/index.html). Diese Verträge bergen ein hohes Stornorisiko, welches jetzt in die neue Gesellschaft hineingetragen wird und die künftige Geschäftsentwicklung erheblich belasten kann.

Für die treuhänderisch Beteiligten an der CSA 5 findet sich ein weiterer folgenschwerere Hinweis nur an versteckter Stelle im Prospekt: "Planmäßig werden … durch die …. Emissionskosten …Verluste entstehen. Es besteht daher …das Risiko, dass in der Startphase höhere Verluste erwirtschaftet werden, als … Einlagen eingezahlt werden. In diesem Falle hat der einzelne Anleger auch über seine Einlagenhöhe hinausgehende Verluste zu tragen." M.a.W.: ist durch die Verlustzuweisungen das Kapitalkonto des Anlegers weiter belastet, als die Einlagepflicht dies vorsieht, sind Nachschüsse fällig. Wie sich dies mit der plakativen Herausstellung der angeblich fehlenden Nachschusspflicht vertragen soll, bleibt ebenso ein Geheimnis der Frankonia, wie die Auswahl der Investitionsobjekte.

Vielleicht sind es diese Ungereimtheiten, die Dr. Dieter Ostermann in seiner Eigen-schaft als Geschäftsführer der Frankonia Konzeptions GmbH (Prospektherausgebe-rin) zur Aussage veranlassen "Die in den Grundsätzen ordnungsgemäßer Beurtei-lung von Prospekten des IdW niedergelegten Mindestanforderungen (IdW S4) sind… nach Überzeugung der Prospektherausgeberin berücksichtigt". Im Klartext: die Frankonia prüft ihren Prospekt inzwischen selbst, ein IDW S4-Zertifkat einer neutralen Instanz gibt es (noch) nicht. Angeblich soll eine solche Prüfung jedoch aktuell vorgenommen werden. Das Ergebnis bleibt abzuwarten. Bis dahin kann bleibt als Fazit:

Kontrolle ist eben gut, Vertrauen in die Frankonia ist noch besser. Und bei dem An-gebot der CSA 5 braucht es eine Menge Vertrauen.

Röhlke
Rechtsanwalt,Berlin
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Der Autor Christian Röhlke, Rechtsanwalt, zeichnet verantwortlich im Sinne des § 10 Mediendienststaatsvertra-ges; er ist unter 030 71520671 zu erreichen. Die Nutzung des Textes für private Zwecke ist zulässig. ©RA Röhlke, 06.02.2004

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