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Mit viel Halbprominenz und einer zweiseitigen Berichterstattung im aktuellen CASH-Magazin (04/03) bereiten zwei alte Bekannte des grauen Kapitalmarktes derzeit die Markteinführung der Deutschen Anlagen AG’ (DA) vor: Im Zentrum dieser neuen Gesellschaft steht dabei Michael Turgut, Chef der Futura Finanz. Im Hintergrund zieht nach einem Bericht in der ´'Süddeutschen Zeitung’ vom 03.04.2004 Jürgen Rinnewitz die Fäden, der Kopf der seit Jahren umstrittenen Göttinger Gruppe. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um eine klassische Massen-KG im Treuhandmodell, die als Blind-Pool organisiert ist und in vier Investitionsbereiche investieren soll. Immobilien, Aktien, Unternehmensbeteiligungen und "Alternative-Investments", sprich Hedgefonds und spekulative Derivate, sollen dem Anleger üppige Rendite bringen. Ähnlichkeiten mit dem aktuellen Beteiligungsmodell der Deutschen Frankonia Gruppe aus Würzburg, dem Capital Sachwert Alliance Beteiligungsfonds Nr. 5, ebenfalls seit kurzem mit publizistischer Unterstützung der CASH im Vertrieb, sind wohl ebenso zufällig wie die Ähnlichkeit des bisherigen Angebots der Frankonia-Gruppe mit dem der Securenta AG: atypische stille Beteiligungen im sog. Steigermodell.
Turgut jedenfalls kennt beides: nachdem sein "Zukunftsunternehmen für Finanz- und Wirtschaftsberatung" zunächst bis zum bitteren Ende die atypischen Beteiligungen der Securenta/Göttinger Gruppe unters Volk brachte, sorgte er ab 2000 für gewaltige Zuwächse bei den Frankonia-Gruppe. Diese hat nunmehr, ebenso wie zuvor die Göttinger Gruppe, den Vertrieb atypischer Beteiligungen eingestellt. Aktuell sind KG-Beteiligen im Vertrieb, so dass sich die Vertriebler der Futura bei dem Angebot der DA kaum umstellen müssen.
Die Verantwortung für das neue Angebot will jedoch so recht keiner übernehmen - in der CASH heißt dies euphemistisch: "ein neuer Initiatorentyp". Eine Reaktion Rinnewitz' auf angekündigte Prospekthaftungsklagen enttäuschter Securenta-Opfer? Vielleicht ist ja auch Turgut aufgegangen, das der Kapitalanlagevertrieb ebenfalls prospekthaftungspflichtig ist und die Verantwortung besser auf viele Schultern verteilt wird. Jedenfalls schmücken in bewährter Manier viele schillernde Namen den Bericht in der CASH, und auch die Süddeutsche Zeitung berichtet über eine Verbindung der DA zu Prof. Dr. Rupert Scholz, Aufsichtsratsvorsitzender von Fußball-Bundesligist Herta BSC Berlin und ehemaliger Verteidigungsminister. Ebenfalls mit im Boot: Michael-Andreas Butz, ehemaliger Pressesprecher des Berliner Senats, die Staatssekretäre a.D. Wighard Härtl und Dr. Helmut Holl und Ex-Senator Walter Rasch.
Ähnlichkeiten zur Göttinger Gruppe, die mit Tagesschausprecher Werner Veigel, Ex-Außenminister Hans-Diertrich Genscher dem FDP-Poltiker Otto Graf Lambsdorff warb, sind ebenso auffällig wie mit der Deutschen-Frankonia Gruppe. Diese wurde unter maßgeblicher Mitarbeit der ehemaligen Olympiafechter Gerull und Borrmann gegründet, warb in den Prospekten schon mal mit dem Konterfei Lothar Späths oder Anja Fichtels und gewann später den ehemaligen Generalbundesanwalt Alexander von Stahl oder Rudolf Döring, den Bruder des derzeit wegen des Verdachts der Vorteilsannahme ins Visier der Staatsanwaltschaft geratenen FDP-Wirtschaftsministers von Baden Württemberg (WELT ,20.04.2004), für eine Zusammenarbeit.
Die Erfahrungen der Vergangenheit sowohl mit der Securenta als auch mit der Frankonia gemahnen zur Vorsicht. Die Securenta AG mußte in 2002 eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, da über die Hälfte des Grundkapitals verloren war und hat die gewinnunabhängigen eingestellt. Viele Anleger fühlen sich getäuscht und klagen derzeit gegen den Fonds. Die Frankonia-Gruppe hat kürzlich bekanntgegeben, gleich zwei Gesellschaften "verkauft" zu haben. Die Frankonia Wert AG und Sachwert AG sollen an die United Fonds GmbH, deren Vorstand Vernehmen nach ein langjähriger Mitarbeiter des Unternehmens sein soll, veräußert worden sein. Der Kaufpreis ist unbekannt, es drängt sich angesichts der Millionenverluste, die diese Unternehmen in den letzten Jahren ausgewiesen haben, der Eindruck auf, das hier Risiken ausgelagert werden sollen. Das Vorgehen erscheint dem dubiosen Verkauf der Frankonia Asset Management GmbH mitsamt der insolventen Beteiligungen an die Conga GmbH in Würzburg vergleichbar zu sein. Auch der Geschäftsführer dieser Gesellschaft, Rechtsanwalt Meyer aus Würzburg, ist dem Dunstkreis der Frankonia zuzurechnen.
Ob der von der Frankonia propagierte Neuanfang mit der Capital Sachwert Alliance gelingt, ist offen. Denn schon der Göttinger Gruppe wurde nachgesagt, es handele sich um ein modifiziertes Schneeballsystem, bei dem Geldflüsse allein durch die Zahlungen von Neugesellschaftern realisiert werden können. Soweit aus den bisherigen Bilanzen der verschiedenen Frankonia-Gesellschaften ersichtlich, bestehen auch hier die Mittelzuflüsse einzig aus den Zahlungen der Gesellschafter, insbesondere des Agio-Anteils. Gewinne aus operativer Tätigkeit, z.B. aus den verschiedenen Beteiligungen, wurde dagegen nicht erwirtschaftet. So ein System bricht droht zusammenzubrechen, wenn die Einlagenzahlungen oder der Vertrieb stockt. Turgut kündigt jetzt trotz anders lautender Mitteilungen der Frankonia an, sich künftig ganz vom Vertrieb der Frannkonia-Produkte zurückzuziehen: "Frankonia wird mittelfristig neue Vertriebspartner suchen und finden. Nach einer aktuellen Mitteilung der Frankonia-Gruppe wird der Vertrieb jetzt von der Südfinanz AG übernommen, die bisher vor allem im Raum Regensburg aktiv war. Sofern diese nicht für dieselben Umsätze sorgen kann, wie Turguts Mitarbeiter, ergeben sich Liquiditätsprobleme. Darüber hinaus nehmen die negativen Berichte auch an anderer Stelle über Frankonia zu. Nachdem hier bereits mehrfach über die Struktur der Frankonia-Gruppe, die undurchsichtigen Mittelflüsse und die teilweise üblen Vertriebsmethoden berichtet wurde, haben nun auch Presse und TV den Ball aufgegriffen. Zunächst berichtete Plus-Minus über das unseriöse Produkt der Frankonia, dann die Finanztest über die Methoden und die Ausbildung der Futura-Mitarbeiter. In der aktuellen Finanztest (5/04) wird die Konzernstruktur durchleuchtet mit dem von uns bereits mehrfach gezogenen Fazit: Anlagen bei der Frankonia nutzen aufgrund der hohen Weichosten vor allem dem Vertrieb Futura Finaz AG (oder Südfinanz AG) oder den Hintermännern die die Dachgesellschaft Deutsche Frankonia Beteiligungs AG und die Frankonia Direkt AG kontrollieren. Diese verdient an den Provisionen ebenfalls ordentlich.
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